3. U-Flottille
Von den kriegführenden Mächten hatten neben Deutschland Japan und die USA bedeutende U-Boot-Flotten. Die amerikanische U-Boot-Flotte unterlief im Laufe des Zweiten
Weltkrieges einer Modernisierung. Auch die US Navy setzte U-Boote in
mehreren Rollen ein, etwa als Transporter für Untergrundkämpfer oder Aufklärer oder für die Rettung eigener Flieger in feindlichen Gewässern, aber auch in der Bekämpfung feindlicher Schiffe. Amerikanische U-Boote operierten oft in „Wolfspack“ genannten Gruppen von zwei oder drei Booten, die im Unterschied zu den deutschen Wolfsrudeln die gesamte Feindfahrt beisammen blieben. Den U-Booten der US Navy gelangen große Erfolge sowohl gegen japanische Kriegschiffe, etwa die Versenkung der Shinano, wie auch gegen die japanische Handelsschifffahrt. Der Erfolg in der Bekämpfung der Handelsschifffahrt wurde auch durch die Ansicht der japanischen Marineführung begünstigt, dass für Kriegsschiffe der Kampf gegen andere Kriegsschiffe „ehrenhafter“ sei als der Schutz von Handelsschiffen, weshalb kaum eine den Bemühungen der Alliierten vergleichbare organisierte Konvoisicherung vorhanden war. Die aufgrund der Verluste in der Handelsschifffahrt eingetretenen Engpässe des japanischen Nachschubs wie auch der Rohstoffversorgung Japans trugen zum alliierten Sieg im Pazifik bei.

Anders als in Deutschland wurden die U-Boote sowohl in der US-Navy als auch bei der kaiserlich-japanischen Marine nicht als ein selbstständig handelnder Teil der Marine angesehen, sondern sie dienten lediglich zur Unterstützung der Schlachtflotten. In beiden Ländern herrschte vor dem Krieg die Vorstellung von einem alles entscheidenden Zusammentreffen der Schlachtflotten, bei dem die U-Boote die erste Linie bilden sollten, die einerseits den anmarschierenden Gegner melden und ihn andererseits die ersten Verluste beibringen sollten. Dementsprechend sah auch die Ausbildung der U-Boot-Besatzungen vor dem Krieg aus. Überwasserangriffe bei Nacht wurden nicht trainiert, ebensowenig die Rudeltaktik. Eigentlich wurde nur eine Angriffstaktik geübt: unter Wasser auf der Lauer liegend einen vorbeifahrenden Gegner zu torpedieren.

Die Einsätze in den ersten Kriegsmonaten sahen auch dementsprechend aus. Die japanische 6. Flotte, in der alle U-Boote zusammengefaßt waren verfügte über ungefähr 60 U-Boote der verschiedensten Typen. Einige japanische U-Boote lagen am 07. Dezember 1941 zwischen Pearl Harbor und dem angreifenden Trägerverband, um einen amerikanischen Gegenangriff auf die japanische Hauptmacht zumindest aufzuhalten. Dieser fand jedoch niemals statt. Auch bei weiteren Flottenaktionen gegen die südostasiatischen Gebiete konnten die japanischen U-Boote, die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Den amerikanischen U-Booten ging es nicht anders. Zu Beginn des Krieges verfügte die US-Pazifikflotte über 12 Flotten-U-Boote des Typs Tambor-Klasse und 6 der V-Klasse, sowie 18 S-Klasse-U-Boote, die sich jedochnicht zum Einsatz über weite Strecken eigneten. Die Boote der Pazifikflotte lagen in Pearl Harbor, San Diego und Panama. Die Asiatische Flotte verfügte über 23 Boote der Tambor-Klasse, und sechs S-Klasse-Boote, die in Manila auf den Philippinen stationiert waren.

Diese handvoll U-Boote waren das Einzige, was die Amerikaner der japanischen Invasionsflotte entgegenstellen konnten. Sie wurden nördlich der Philippinen in einem halbkreisförmigen Aufklärungsstreifen stationiert. Im Verlauf der japanischen Landung auf den Philippinen gelang den amerikanischen U-Booten aber kein einziger spektakulärer Erfolg. Der Grund dafür lag zum einen bei den extrem mangelhaften Torpedos, die viel tiefer liefen, als eingestellt und oftmals zu früh explodierten, und andererseits bei den unerfahrenen Kommandanten, die viel zu vorsichtig agierten und oftmals die nötige Aggressivität und Entschlossenheit vermissen ließen. Nach dem Fall der Philippinen wurden die U-Boote zunächst nach Surabaya auf Timor und später nach Brisbane und Fremantle in Australien verlegt. Am 11. Februar 1942 ging mit der USS Shark (SS-174) das erste U-Boot der US-Navy bei einer Feindfahrt verloren.
Die Rolle der U-Boote beim Kampf um Guadalcanal
Bei der Schlacht um Midway hatten die U-Boote beider Seiten wieder umfangreiche Aufklärungsaktionen durchzuführen. Die japanischen Boote hatten dabei keinen Erfolg, da die US-Flotte aufgrund der entzifferten Funksprüche um die Aufklärungsstreifen herumgeführt werden konnte. Von den US-Booten war die alte Nautilus das einzige Boot, das an die japanischen Flotte herankam. Obwohl sie von einem japanischen Zerstörerunter Wasser gedrückt wurde, hatte sie entscheidenden Anteil am Ausgang der Schlacht, da der Zerstörer, als er zur Hauptflotte zurückfuhr, den US-Piloten der Enterprise den Weg wies. Dem japanische U-Boot I-168 gelang schließlich noch die endgültige Versenkung des angeschlagenen Flugzeugträgers Yorktown. Am Morgen des 06. Juni 1942 entdeckte es den schwer angeschlagenen US-Träger, der inzwischen von fünf Zerstörer gesichert wurde. Trotzdem gelang dem japanischen U-Boot unter Korvettenkapitän Yahachi Tanabe die Annäherung auf 1500 Meter, bevor er um 13.30 Uhr einen Viererfächer auf die Yorktown abschoß. Zwei Torpedos trafen den Träger, einer zerstörte den längsseits liegenden Zerstörer USS Hammann. Nach stundenlanger Jagd durch drei Zerstörer, entkam I-168 am späten Nachmittag. Nach der erfolgreichen Verteidigung der Midway-Inseln, wurde hier ein U-Boot-Stützpunkt errichtet und damit die An- und Abfahrt der amerikanischen U-Boote zu den japanischen Gewässern um ca. 2000 sm verkürzt. Trotzdem waren die Leistungen weiterhin unbefriedigend. Im gesamten Monat Juni wurden im Pazifik ganze sechs Versenkungen erzielt.

Die US-U-Boote waren auch weiterhin auf zwei unabhängig voneinander operierenden Flotten verteilt, deren Operationsgebiete in der Straße von Luzon aneinandergrenzten. Obwohl sich der japanische Schiffsverkehr genau hier bündelte und damit ideale Angriffsbedingungen bot, mieden die U-Boote diese Gebiet, aus Angst, von einem eigenen U-Boot irrtümlich angegriffen zu werden. Außerdem wurden viele Boote zu Aufklärungsmissionen eingesetzt, oder aufgrund entzifferter japanischer Funksprüche, auf stark gesicherte, feindliche Großkampfschiffe angesetzt. Damit wurden sie von ihrer eigentlichen Hauptaufgabe, dem Krieg gegen die feindliche Versorgungsschiffahrt, abgehalten.
Am 07. August 1942 landete die 1.US-Marineinfanteriedivision auf Guadalcanal und besetzte dort den fast fertigen Flugplatz. In den darauffolgenden Monaten entwickelte sich eine, von beiden Seiten verbissen geführte Schlacht, um diese strategisch bedeutsame Insel. Sowohl die Japaner, wie auch die US-Navy, setzten ihre U-Boote ein, um gegnerische Kriegs- und Versorgungsschiffe aufzulauern. Schon eine Nacht, nach der alliierten Landung gelang es S-35 einen japanischen Truppentransporter zu versenken. Daraufhin kehrte der gesamte Geleitzug um. Einen Tag später versenkte S-44 den schweren Kreuzer Kako, der sich auf dem Rückweg nach Rabaul befand und machte damit die amerikanische Niederlage in der Seeschlacht bei Savo etwas erträglicher. Ende August 1942 meldete die amerikanische U-Boot-Waffe noch die Beschädigung eines Schlachtschiffes und eines Flugzeugträgers vor dem japanischen Marinestützpunkt Truk.
Die japanischen U-Boote waren zunächst etwas erfolgreicher. Südlich von Guadalcanal bildeten die Boote der 6. japanischen Flotte zwei Aufklärungsstreifen. Am 31. August führte ein Torpedotreffer von I-16 den US-Flugzeugträger Saratoga zu einem dreimonatigem Werftaufenthalt. Am 15. September gelang es I-19 mit einer einzigen Torpedosalve, drei Treffer auf dem Flugzeugträger Wasp und jeweils einen auf dem neuen Schlachtschiff South Dakota und dem Zerstörer O'Brian zu erzielen. Während die letzten beiden ihre Fahrt fortsetzen konnten, mußte der Flottenträger Wasp wenig später aufgegeben werden und wurde von eigenen Zerstörern versenkt. Am 13. November 1942 versenkte I-26 den amerikanischen Kreuzer Juneau, der sich schwerbeschädigt aus der Nachtschlacht bei Guadalcanal zurückzog.

Trotz all dieser Erfolge bedeutete Guadalcanal das Ende der japanischen U-Boot-Waffe. Aufgrund der immer stärker zutagetretenden Luftüberlegenheit litten die japanischen Truppen immer mehr unter dem fehlenden Nachschub. Allein auf Guadalcanal verhungerten tausende Soldaten. Die U-Boote der 6.Flotte (der U-Boot-Flotte) wurden immer mehr für die notwendige Versorgung eingesetzt. Darunter litt natürlich die Moral der japanischen U-Boot-Männer, die lieber aktiv an den Kämpfen teilnehmen wollten, anstatt für Transportaufgaben mißbrauch zu werden.
Die Bilanz nach 18 Monaten Krieg
Nach 18 Monaten Krieg im Pazifik hatte die japanische U-Boot-Flotte insgesamt 30 Boote verloren. Da im selben Zeitraum 30 neue U-Boote in Dienst gestellt worden waren, betrug die Stärke der 6.Flotte nach wie vor ca. 60 U-Boote.Bei den Amerikaner wurden die 13 verlorenen Boote durch 66 Neubauten ersetzt, sodaß ihre Stärke auf ca. 100 Einheiten angewachsen war. Aber vor allem technologisch hatten die Amerikaner die Japaner weit hinter sich gelassen.

Alle Boote waren mit einer Klimaanlage, Radar und verbesserten Überwasserortungsgeräten ausgerüstet. Damit konnten sie vor allem nachts ungesehen angreifen, da die japanischen Eskortschiffe über keinerlei Ortungsmittel verfügten. Lediglich die Qualität der amerikanischen Torpedos war weiterhin mangelhaft. Der Grund dafür lag in der Weigerung der Verantwortlichen Offiziere, ihr Versagen anzuerkennen.
Der Höhepunkt der Torpedokrise
Nachdem die USS Wahoo von ihrer nächsten Feindfahrt zurückgekehrt war, beschwerte sich der Kommandant über die vielen Torpedoversager, die ihm mindestens drei Versenkungen gekostet hatten. Einen Monat zuvor war es der USS Tunny ähnlich ergangen, als sie vor dem japanischen Flottenstützpunkt Truk auf der Lauer lag und ihr ein Trägerverband vor die Rohre lief. Nachdem sie zehn Torpedos abgefeuert hatte, tauchte sie vor den japanischen Zerstörern ab und die Besatzung vernahm sieben Explosionen. Anschließend meldeten sie über Funk zwei Träger als versenkt. Aber Tage später fingen die Amerikaner Funksprüche auf, nach denen lediglich leichte Beschädigungen auf den Trägern erzielt wurden.

(Die Yamato)
Der USS Trigger erging es in der Bucht von Tokio nicht anders, als von sechs auf den Flottenträger Hiyo, nur ein Torpedo explodierte. Am 24. Juni 1943 verbot der Oberbefehlshaber der Pazifikflotte Chester. W. Nimitz die Verwendung der Magnetzünder. Aber exakt einen Monat später mußte die USS Tinosa feststellen, das auch die Aufschlagzünder nicht ordnungsgemäß funktionierten. Nachdem sie mit insgesamt sechs Torpedoschüssen einen einzigen Treffer auf einen 19.000 BRT großen Tanker erzielt hatte, feuerte sie nacheinander elf weitere Torpedos auf das bewegungslos liegende Ziel ab, von denen zwar alle trafen, aber kein einziger Torpedo explodierte. Erst nach diesem Mißerfolg führte man in Pearl Harbor Versuche durch und fand das Problem in einer, nach dem Aufprall auf die Schiffswand sich verbiegenden Zündnadel. Im Oktober 1943 endlich kamen die modifizierten Torpedos zum Einsatz, nachdem sich die verantwortlichen Stellen fast zwei Jahre lang geweigert hatten, das Problem zur Kenntnis zu nehmen.

Die schlechten Torpedozünder trugen erheblich dazu bei, das die monatlichen Versenkungszahlen der U-Boote durchnittlich nur bei 60.000 BRT lagen, was ungefähr dem japanischen Nachbau entsprach. Ab Ende 1943 wurde der U-Boot-Krieg im Pazifik auf beiden Seiten reorganisiert. Die Japaner begriffen langsam die Auswirkungen ihrer Verluste an Transportschiffen. Als Konsequenz daraus, schufen sie eine Vereinigte Eskortflotte unter dem einheitlichen Kommando von Admiral Koshiri Oikawa. Allerdings konnte er nur einige wenige Zerstörer und andere Geleitboote unter sein Kommando zusammenfassen, da das japanische Oberkommando weiterhin auf eine Entscheidungsschlacht fixiert war und daher alle kampfkräftigen Einheiten der Schlachtflotte unterstellt. Auch die technische Ausrüstung der Eskorten war weiterhin äußerst mangelhaft.

Die amerikanischen U-Boot-Flottillenführer in Pearl Harbor und Australien mußten ab diesem Zeitpunkt verstärkt U-Boote zur Unterstützung der großen Trägeroperationen abgeben. Trotzdem konnte der Flottillenführer in Pearl Harbor, Vizeadmiral Charles Lockwood, die immer größer werdende Zahl seiner U-Boote nutzen, um Wolfsrudel zu bilden. Allerdings nahm man sich nicht die deutsche Taktik als Vorbild, sondern schickte jeweils drei Boote unter dem Kommando eines mitfahrenden Offiziers auf See. War ein Konvoi ausgemacht, dann nahmen zwei Boote ihre Positionen an den Seiten des Konvoi ein und das dritte ging dann zum Angriff über. Hatte der erste Angreifer seine Torpedos verschossen, zog er sich zurück und eines der Flankenboote ging zum Angriff über. Man hoffte, das die angegriffenen Schiffe des feindlichen Konvois ausweichen und dabei den anderen Booten vor die Rohre laufen würden. Allerdings hatten die amerikanischen U-Boote mit dieser Taktik zunächst recht wenig Erfolg, da dieses Angriffssystem zu Star war und sich die U-Boote durch den Sprechfunkverkehr dem Gegner verrieten.
Bei den amerikanischen Operationen gegen die Gilbert-Inseln, die Marschallinseln, gegen Truk und später gegen die Palauinseln und die Mariannen wurden die U-Boote als Aufklärer und als Rettungsboote für die abgeschossenen US-Piloten eingesetzt. Die Piloten wurden so von U-Booten von den Stränden geborgen, während die Flugzeuge die japanischen Verteidiger niederhielten.

Während der Operation gegen die Marschall-Inseln wurden neun japanische U-Boote in das betreffende Seegebiet beordert. Nur drei Boote überlebten diese Aktion. Dabei gelang es lediglich I-175, den Geleitträger Liscome Bay zu versenken. Die hohe Verlustrate war vor allem auf den Einsatz sogenannter Hunter-Killer-Groups zurückzuführen, wie sie auch im Atlantik erfolgreich gegen die deutschen U-Boote eingesetzt wurden. Am Morgen des 04. Dezember 1943 gelang es dem amerikanischen U-Boot Sailfish während eines Taifuns, den Geleitträger Chuyo zu versenken. Es war der erste große Erfolg eines U-Bootes seit der Versenkung der Kako durch S-44 im August 1942. Bemerkenswert an diesem Angriff war die Tatsache, das die Sailfish den Träger insgesamt dreimal angriff und dabei die ersten beiden Torpedosalven per Radarortung abgeschossen wurden. Erst nachdem die Chuyo manövrierunfähig in der aufgewühlten See lag, konnte sich die Lieutenant Commander R.E.M. Ward auf Sichtweite nähern und die letzten Torpedos abfeuern. Im Januar 1944 gelang es den U-Booten 53 Marus mit über 280.000 BRT zu versenken. Das lag weit über die Zahl der japanischen Nachbauten. Der Aderlaß der japanischen Handelsschifffahrt hatte begonnen und sollte für Japan immer bedrohlicher werden.

(Der Japanische Flugzeugträger Akagi)
Ab April führten die Amerikaner ein Rotationssystem für ihre patrouillierenden U-Boote ein. Dabei wechselten die Boote, die vor stark bewachten Zufahrten auf der Lauer lagen regelmäßig in weniger gefährliche Regionen und andere Boote nahmen dafür ihren Platz ein. Dies hatte den Vorteil, das die Besatzungen einen festen Rhythmus zwischen Phasen äußerster Wachsamkeit und ruhigeren Phasen hatten. Anfang Mai 1944 bereitete sich die japanische Flotte auf eine Entscheidungsschlacht vor. Da die Amerikaner bis kurz vor die Marianen vorgerückt waren, war die Gelegenheit für die Japaner günstig. In diesem Seegebiet gab es viele landgestützte Flugzeuge, die die Flotte unterstützen konnten. Die japanischen U-Boote wurden zu einem Aufklärungsstreifen formiert. Doch innerhalb kurzer Zeit waren fast alle U-Boote vernichtet. Allein der Zerstörer USS England konnte in wenigen Tagen sechs U-Boote vernichten. Im Gegensatz dazu gelang es dem US-U-Boot Harder unter Lieutenant Commander Dealey fünf Zerstörer während einer Feindfahrt zu vernichten. Diese beiden Beispiele verdeutlichen eindrucksvoll die technische Überlegenheit der US-Navy, die diese Erfolge erst ermöglichte.
Zwei der bekanntesten und erfolgreichsten amerikanischen U-Boot Kommandanten.

Commander Sam Dealey. Kommandant der USS Harder. Er trug den Beinamen "Der Zerstörer-Killer"

Commander Richard O'Kane, Kommandant der USS Tang.
Er versenkte mit 24 Schiffen die meisten japanischen Marus. (93800 BRT ) Am 23. Oktober 1944 überlebte er den Verlust seines U-Bootes und geriet mit drei weiteren Männern seiner Besatzung in japanische Gefangenschaft.
Am 13. Juni 1944 verließ die japanische Schlachtflotte ihren Liegeplatz bei der Insel TawiTawi zwischen Borneo und den Philippinen. Schon am selben Tag wußte Admiral Spruance, dessen fünfte Flotte seit einigen Tagen gegen die Marianen operierte, nach einer Sichtmeldung der USS Redfin, vom Anmarsch der Japaner. Nachdem am 15. Juni die USS Flying Fish und die USS Seahorse zwei starke feindliche Flottenverbände in der Phillippinensee gemeldet hatten, zog er seine Trägerverbände weiter nach Westen, um die Landungsverbände, die vor den Stränden der Insel Saipan lagen, zu decken. Am 17. Juni wurde der japanische Verband von der USS Cavalla per Radar geortet und gemeldet. Zwei Tage später gelang es diesem U-Boot zum ersten Mal, mit der Shokaku einen japanischen Flottenträger zu vernichten. Nachdem er um 11.18 sechs Torpedos abgeschossen hatte und drei Treffer erzielt hatte, sank der Träger um 14.00 Uhr. Zwei Stunden später sank der zweite japanische Träger, die nagelneue Taiho, das Flaggschiff Admiral Nagumos. Er war am frühen Vormittag von der USS Albacore torpediert worden. Dabei war der Flugbenzintank getroffen worden und die Benzindämpfe hatten sich Stunden später entzündet und das Schiff zur Explosion gebracht. Nachdem auch die amerikanische Trägerflotte vernichtende Angriffe geflogen hatte und dabei fast die gesamten japanischen Flugzeuge vernichtet hatte, zogen sich die Japaner zurück. Zum zweiten Mal in diesem Krieg hatten die Japaner eine Entscheidungsschlacht verloren und diesmal hatten die amerikanischen U-Boote einen bedeutenden Anteil an diesem Erfolg.

Mit Beginn des Angriffs hatten die Japaner 20 U-Boote in das Gebiet der Marianen beordert. Obwohl sie mehrfach Versenkungen von Schlachtschiffen und Trägern meldeten, hatten sie doch in Wahrheit keinen einzigen Erfolg erzielen können. Tatsächlich gingen von diesen U-Booten 13 verloren. Damit hatten die Japaner nicht nur den größten Teil ihrer Trägerflotte eingebüßt, sondern auch die Hälfte ihrer U-Boote.
Nach dieser Schlacht wurde dem japanischen Oberkommando klar, das der Krieg mit herkömmlichen Waffen nicht mehr gewonnen werden konnte. Es begannen die Vorbereitungen zum Einsatz der Kamikazeflieger und der Kaiten, von Menschen gesteuerte Torpedos, die von den wenigen, noch vorhandenen I-Klasse-U-Booten zu den feindlichen Liegeplätzen gebracht werden sollten.
Inzwischen ging der Aderlaß der japanischen Handelsflotte weiter. Die U-Boote von Pearl Harbor griffen die Schiffahrtswege um Japan und im ostchinesischen Meer bis hinunter zur Straße von Luzon an. Von Australien aus operierten die U-Boote im Gebiet zwischen Sumatra, Borneo, Java und Neuguinea. Von Ceylon aus operierten britische U-Boote, die inzwischen aus dem Mittelmeer hierher verlegt worden waren, gegen den Nachschubverkehr für Burma bis in die Straße von Malakka hinein.

Bei der Seeschlacht um die Insel Leyte hatte die amerikanische U-Boot-Waffe wiederum Erfolg, als am 23. Oktober 1944 die USS Dace und dei USS Darter in der Palawan-Passage die japanische Hauptflotte angriff und dabei die schweren Kreuzer Maya und Atago versenkten und den schweren Kreuzer Takao schwer beschädigten. Am 25. Oktober versenkte die USS Halibut noch einen japanischen Zerstörer.
Von den wenigen japanischen U-Booten, die in die Nähe des Golfs von Leyte beordert worden waren, gelangte nur I-56 in die Nähe der Flotte und torpedierte den Geleitträger Santee. Insgesamt vernichteten die Japaner lediglich einen Zerstörer und beschädigten den Geleitträger Santee und einen Flakkreuzer. Von den acht U-Booten kehrten jedoch nur zwei in ihre Stützpunkte zurück.

(Die Atago, das Flaggschiff Admiral Kuritas, ging in der Palawanpassage nach durch amerikanische U-Boote verloren.)
Gegen Ende des Jahres 1944 betrug die Tonnage der japanischen Handelsflotte mit 2.5 Mio BRT nur noch die Hälfte ihres Vorkriegsbestandes. Damit kam es in Japan zu ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Daneben gelang es den US-U-Booten, mit dem Schlachtschiff Kongo, dem Flottenträger Shinano und einigen weiteren großen Kriegsschiffen große Erfolge im Kampf gegen die japanische Marine zu erzielen. Am Ende des Krieges griffen die Japaner zu einer Verzweiflungswaffe, den Kaiten. Diese U-Boote waren eigentlich nur von Menschenhand gesteuerte Torpedos. Für den Transport in ihr Zielgebiet waren einige große U-Boote umgebaut worden. Tatsächlich gelang ihnen nur die Zerstörung eines Geleitzerstörers und möglicherweise die von zwei Transportern.

(Die Shinano wurde am 29.11.1944 von der USS Archerfish versenkt. Die Shinano galt als einer der technischen weit entwickelsten japanischen Flugzeugträger.)
Im Jahr 1945 fanden die alliierten U-Boote immer weniger Ziele. Zum Teil mußten sie sich mit kleinen Küstenschiffen wie Schoner, Daus usw. zufrieden geben, die sie mit ihrer Artillerie versenkten. Aufgrund des großen Mangels an Transportschiffsraum griffen die Japaner immer mehr auf die kleinen Küstenfahrzeuge zurück. In diesem letzten Kriegsjahr hatte die japanische U-Boot-Waffe praktisch aufgehört, zu existieren. 27 U-Boote wurden 1945 von den Alliierten vernichtet. Am Ende des Krieges überlebten nur drei Boote.
Trotzdem errang die japanische U-Boot-Waffe den letzten spektakulären Erfolg, als I-58 am spätem Abend des 29. Juli den schweren Kreuzer Indianapolis in der Phillippinensee sichtete und torpedierte. Die japanische Erfolgsmeldung wurde von den Amerikanern mitgehört, aber nicht weiter beachtet, da die Japaner von einem versenkten Schlachtschiff gesprochen hatten. Erst am 02. August begann die Rettung der Schiffbrüchigen. Von 1199 Besatzungsmitgliedern überlebten nur 316. Die meisten fielen den Haien zum Opfer.
Zusammenfassung
Lange Zeit setzten beide Seiten ihre U-Boote überwiegend zur Aufklärung gegen stark gesicherte feindliche Kriegsschiffe ein. Dementsprechend gering waren zunächst die Erfolge. Nach und nach errangen die amerikanischen U-Boote ein technologisches Übergewicht. Aufgrund der wachsenden Zahl ihrer U-Boote nahm der Handelskrieg immer mehr zu, während die Japanischen U-Boote mehr und mehr für Transportaufgaben mißbrauch wurden. In den letzten beiden Kriegsjahren trugen die US-U-Boote entscheidend mit dazu bei, die japanische Handelsflotte zu dezimieren. Die japanischen U-Boote kamen aufgrund der übermächtigen amerikanischen U-Boot-Abwehr kaum noch zu Erfolgen und wurden zum Ende des Krieges fast vollständig vernichtet.
Auf Navscource.org findet ihr jegliches Bildmaterial, wie auch Informationen zu den amerikanischen U-Booten im 2.weltkrieg.

Vielen dank an Mario und seiner Homepage zum Krieg im Pazifik!
Quelle
(Wikipedia.de)
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