Gespielt wurde von Grauer Wolf (Christoph Sonnemann) mit 73 % Schwierigkeitsgrad, dass beinhaltet manuelles Schießen aus und Außenkamera an.

Heute habe ich mit Ship Hunter SH3 angespielt. Ship Hunter hatte sich schon der Marine-Akademie gewidmet und sich so schon ein wenig Ansehen verdient. Als ich dann zu ihm gestoßen bin haben wir die Kampagne am 01.09.1939 mit einem Typ II A in Wilhelmshaven bei der 1. UF begonnen. Unsere erste Feindfahrt sollte uns nach Planquadrat AN 52 führen. Als das Spiel fertig geladen hatte, traute ich meinen Augen nicht… eine Kapelle spielte die Nationalhymne und Dutzende Zuschauer verabschiedeten uns. Selbst ein Motorrad mit Beiwagen hielt an und der Fahrer stieg ab um uns auch noch einen Gruß hinterher zu schicken. Im Hintergrund patroullierten Wachen mit einem geschulterten K 98 und neben uns lag ein Typ VII im Dock, selbst im Bunker waren Leute zu sehen.
Nun ging es endlich los….Langsam schob sich unser U-5 aus dem Hafenbecken und die Wache begann den Horizont mit ihren Gläsern abzusuchen. Nach zwei ereignislosen Tagen erreichten wir Planquadrat AN 52 und beauftragten unseren Navigator einen Suchkurs zu errechnen. Nach einigen Stunden Fahrt begann das Wetter umzuschlagen und wir hatten eine dicke Suppe vor Augen. Keine Sicht mehr ……. Also tauchen und rundhorchen. Wir befahlen unserem Horcher uns eventuelle Kontakte zu melden…aber nix, kein Kontakt ! Da hab ich mal selber das Sonar bedient und …was war das? Auf 330 Grad war ein ganz leises Stampfen zu hören. Ein Frachter, aber sehr leise… unser Horcher war noch zu unerfahren und außerdem zu müde und kaputt um diesen Kontakt zu erfassen. Ein sehr schönes Feature, wie ich finde.
Nun ging die Jagd los, auftauchen und AK hinter dem Frachter her. Nach zwei Stunden (Zeit im Spiel) immer noch kein Sichtkontakt, also wieder rundhorchen. Der Frachter hatte gezackt und wir mussten einen neuen Abfangkurs berechnen. Das Spiel ging ganze sechs Stunden bis wir ihn schließlich verloren hatten. Die Mannschaft war müde und kaputt, darum legten wir uns erstmal auf Grund und schickten unsere Jungs in die Koje. Der LI steuerte das Boot ganz sanft auf den Meeresboden (kein Witz), so dass kein Schaden entstand. Ein tolles Feature. Nach einigen Stunden tauchten wir wieder auf um unsere Suche fortzusetzen. Plötzlich meldete die Wache ein Fahrzeug, Kurs 027. Wieder ein Frachter… ein dicker Brocken von ca. 6.000 BRT. Wir setzten uns genau in Schussposition und schossen einen Zweierfächer ab. Ein Treffer, einer ging vorbei. Der Kahn stoppte und brannte lichterloh… doch er wollte nicht absaufen. Fangschuss…Versager. Zweiter Fangschuss, Treffer!!! Dem Britten hat es das Rückrad gebrochen. Schnell hab ich mich zum Sonar begeben und konnte so denn Todeskampf miterleben. Das Boot lässt grüßen.
Da wir jetzt nur noch ein Aal im Rohr hatten und der Brennstoff zur neige ging, beschlossen wir den Rückmarsch anzutreten. Plötzlich schlug eine Wasserfontäne achtern aus dem Meer. Eine Biene, verdammt! Aber zu spät, da ich mich mit der Steuerung noch etwas unbeholfen angestellt habe und auch leichte Panik ausgebrochen war konnte ich nicht reagieren. Das nutze die Hurrican aus und flog einen zweiten Angriff der prompt mit einem Treffer auf dem Achterdeck endete. ALARMTAUCHEN!!! Das Boot war schwer beschädigt, aber Gott sei Dank gab es keine Toten oder Verwundete. Nach mehreren Stunden Reparatur, die unserer Mannschaft ganz schön zu schaffen machte, konnten wir den Rückmarsch antreten. Der Frachter hatte also SOS gefunkt. Unseren Erfolg haben wir natürlich gleich dem BdU gemeldet, von dem wir eine Belobigung erhielten. Der Frachter hatte eine Tonnage von 6.034 BRT. Nach zwei Tagen Rückmarsch liefen wir wieder in Wilhelmshaven ein. Natürlich wurden wir wieder mit allen Ehren empfangen.
Zurück in unserem Büro durften wir an unsere Besatzung Orden (1x Frontspange in Bronze, 1 x U-Bootkriegsabzeichen) verleihen und eine Beförderung aussprechen. Des Weiteren konnten wir ein Besatzungsmitglied auf Maschinist schulen. Wir gingen leider leer aus, was bei einer Versenkung kein Wunder war. Da unser Ansehen weiter gestiegen war konnten wir uns nun ein Turmwappen gönnen und endlich eine Flak.
2. Feindfahrt
Nach kurzer Werftliegezeit mussten wir wieder raus, diesmal nach AN 21, also kurz vor Scapa Flow. Nach dem Hafenbecken trafen wir auf einen deutschen Sperrbrecher den wir Backbord passierten. Alle zwei Stunden wurde rundhorchen befohlen und plötzlich hatten wir einen Horchkontakt. Dieses mal ein anderes stampfen… was könnte das sein? Ein Kriegsschiff? AK voraus… wieder horchen und wieder AK… Wo ist der Junge bloß? Es gab keine Einträge auf der Karte, wir mussten alles selber eintragen. Der Realismus ist allererste Sahne.
Nach weiteren fünf Stunden hatten wir Sichtkontakt. Aber es war kein Kriegsschiff, sondern ein Fischkutter der tapfer seine Bahn zog. Die See war mürrisch und wir wollten dem ca. 68 BRT großen Fischkutter nicht mit einem Aal, sondern mit der Flak beikommen. Doch wir konnten die Flak nicht bemannen, die See war zu rau. Was machen? Wirklich einen kostbaren Aal opfern? Nein! Wir rammen! Also den kleinen Kutter in Lage null gebracht und AK auf ihn zu…nach einem heftigen Stoß rollte der Kutter auf die Seite und versank innerhalb weniger Sekunden. Unser U-5 hatte nur geringen Schaden erlitten.
Durch die wilde Jagd hatte unser Treibstoff sehr gelitten und unsere Bunker waren fast leer, aber wir hatten ja noch keinen einzigen Aal verschossen. Unsere Aufgabe in AN 21 war erledigt und wir beschlossen uns näher an Scapa Flow zu wagen. Doch wir kamen nicht weit, die Höhle des Löwen war gut bewacht. Wir machten zwei Bewacher aus. Eine Korvette und einen Zerstörer. Die Entscheidung fiel uns nicht schwer, wir beschlossen den Zerstörer anzugreifen.
Unsere Position war perfekt… wir liefen an. Die Korvette war verschwunden und wir hatten den Zerstörer genau im Fadenkreuz. Er hörte uns nicht und wir schossen auf 1200 m einen Zweierfächer ab, der den Briten in die Tiefe schickte. Weiter nach Scapa Flow… doch da war wieder ein Zerstörer. Also wieder angreifen. Wir fuhren vorgeflutet um schneller in eine bessere Position zu gelangen. Doch plötzlich verlangsamte er die Geschwindigkeit von 14 auf neun Knoten…waren wir endeckt? Die Spannung war kaum auszuhalten und die Hintergrundmusik wurde immer dramatischer. Doch plötzlich wendete er und lief ab. Er hatte also eine Schleife gefahren und beschleunigte wieder auf 14 Knoten. Wir atmeten auf, wollten ihn aber nicht entkommen lassen uns schickten auf 1800 m einen Zweierfächer T II los. Doch wir waren zu optimistisch und der Fächer ging vorbei. Gott sei Dank wurden wir nicht entdeckt. Was auch 1939 kein Wunder ist, um mal den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Unsere Ölbunker waren nun fast leer und wir traten den Rückmarsch an. Der Navigator berechnete den Kurs bei kleiner Fahrt auf 1.734 Seemeilen und der Treibstoff reichte noch für 1.784 Seemeilen. Ein weiteres mal kamen wir ins schwitzen… Zur Not wären wir mit den E-Maschinen weitergefahren und hätten die Diesel nur zum Aufladen angeworfen, aber es hat auch so geklappt. Bis Wilhelmshaven hatten wir keine weiteren Vorkommnisse. Am Ende wurde uns das EK II überreicht und es gab wieder Beförderungen und Orden für die Crew. Der Fischkutter wurde uns nicht angerechnet. Rammen zählt also nicht.
Das Crew-Management ist ein sehr wichtiges Feature, da die Besatzung ermüdet und so die Stationen nicht mehr richtig arbeiten, siehe Horcher vor Scapa Flow. Ein weiteres wichtiges Feature ist das Sonar, denn man muss wirklich alle paar Stunden rundhorchen da man mehr hört als sieht. Man kann sogar am Horchkontakt feststellen ob das Ziel nah oder fern ist und jeder Schiffstyp verursacht ein anders Geräusch. Man sollte auch die Motoren stoppen um besser hören zu können. Bei kleiner Fahrt bekommt man noch Kontakte am Bug rein, aber weit entfernte Ziele überhört man so.
Zwei Bugs musste ich leider auch feststellen. Zu einem konnte man das Fernglas und das UZO nur bedingt bedienen, da die Wasserspritzer auch bei ruhiger See keine Sicht ermöglichten. Ein weiter Bug war, wenn man die Flak besetzt, die Turmwache bis auf den Wachhabenden einsteigt. Der Bug behindert allerdings in keinster Weise das Spiel. Einmal hatten wir ein „Back to Desktop“, was aber durch einige Hintergrundprogramme verursacht wurde. Das Spiel läuft stabil und sehr flüssig ab.
Mein Eindruck von Silent Hunter III ist überwältigend. Leider konnte ich nicht alles testen, aber was ich gesehen habe ist beeindruckend und lässt mich zu dem Ergebnis kommen, dass SH3 ein würdiger Nachfolger von AoD ist und diesen sogar um längen übertrifft. Also sucht Euch ein schönes Plätzchen für AoD, denn es hat endlich ausgedient und kann sich nun zur Ruhe setzen.
Silent Hunter III ist demnach ein würdiger Nachfolger von AoD!



